Rassebeschreibung des Pudels
FCI Gruppe 9, Gesellschafts- und Begleithunde
Geschichte des Pudels:
Pudel (Caniche; Poodle)
Wir finden bereits bei Conrad Gesner (1516 - 1565) einen Hinweis auf löwenartig
geschorene Wasserhunde.
Pfudel ist ein altdeutsches Wort für eine Wasserpfütze, woran zu erkennen ist,
dass der Pudel in einer Beziehung zu Wasser steht.
Die Herkunft der französischen Bezeichnung Caniche [frz. canard, Ente] führt zu
der Annahme, dass er ursprünglich als Jagdhund für die Entenjagd gehalten und
gezogen wurde.
Der Ursprung des Pudel wurde nie ganz eindeutig geklärt. Die Vorliebe für das
nasse Element hat er vom Wasserhund, der erstmals im 6. Jahrhundert nach Europa
gebracht wurde. Pudelähnliche Wesen tauchten in Russland auf, dort wurde er
"Wollspitz" genannt, dieser soll etwas weniger wollig gewesen sein als der "Barbet"
aus Frankreich. Bei uns wurde er "Schafpudel" genannt, die ungarischen
Zottelhunde bekamen den Namen "Scharwenzel". In Italien wir der Pudel noch heute
"Barbone" genannt (=ital. Übersetzung von Barbet).
Diese Stämme vermischten sich untereinander und so entstand der Pudel. Die
Deutschen und Ungarn führen den Pudel eher auf den zotthaarigen Owtscharka
zurück.
Ursprünglich wurde der Pudel als Jagdhund zu den Wasserhunden gezählt und
hauptsächlich zur Entenjagd eingesetzt. 1754 erschien das Buch "Jägerpraktika"
in dem der Pudel beschrieben wurde. Im 17. und 18. Jahrhundert verbreitete sich
der "Wollhund" über ganz Europa. Die ersten Pudel waren große Hunde. Im
englischen Sprachraum bezeichnet man heute noch die Großpudel als "Standard"
Pudel. Die kleinere Variante soll später durch das Einkreuzen eines spanischen
Wachtel- oder Hühnerhund entstanden sein. Die heutigen
Kleinpudel sind die jüngste Größenvariante. Oft wurde er Pudel als
Zirkuskünstler gebraucht, aber auch die
vornehme Gesellschaft interessierte sich für ihn. 1840 schrieb der Schweizer
Gelehrte Peter Scheitlin in seinem Werk"Versuch einer vollständigen
Tierseelenkunde" unter anderem folgendes:
"Der vollkommenste Hund ist der Pudel und was Gescheites und
Braves am Hunde grühmt wird, bezieht sich vereint auf ihn. Er hat
Eigenheiten, Sonderbarkeiten, Originalitäten und Genialitäten. An
ihm ist alles Psyche."
Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts hielt W. Yonatt (Tierarzt der englischen
Königin) fest, dass man den Pudel zu verschiedenen Zwecken abrichten kann und
dass er sich wegen seiner Treueund Anhänglichkeit besser zum Begleiter des
Menschen eignet als ein gewöhnlicher Jagdhund. So kam der Pudel zu seiner
kynologischen
Umteilung.Seit mehr als hundert Jahren ist er nun unter den Gesellschafts-
undBegleithunden zu finden.
Durch Goethes Ausspruch: "Das war also des Pudels Kern" wurdeder Pudel zum
meistzitierten Hund.
Ursprungsland
Das offizielle Ursprungsland ist Frankreich. Deutschland, Frankreich und Ungarn
bewarben sich gleichzeitig um die Rechte als Ursprungsland des Pudels.
Auf diese drei Länder und Russland konnte man die Entwicklung des Pudels
zurückführen.
Rassebeschreibung:
Harmonischer Hund mit tänzelndem und leichtem Gang, er darf niemals schleichend
oder gestreckt gehen.
Der Kopf des Pudel ist edel und gradlinig, zum Körper wohlproportioniert. Das
Gebiss muss bei geschlossenen Kiefern als Schere oder Zange schließen, die Zähne
sind kräftig. Sehr wenig ausgeprägt ist der Stop. Die in der Höhe des
Stirnabsatzes eingesetzten Augen haben einen feurigen Ausdruck und sind leicht
schräg gestellt.
Bei den schwarzen, weißen und silberfarbenen Pudeln ist die Augenfarbe schwarz
oder ganz dunkelbraun,
bei den braunen Tieren darf sie dunkelbernsteinfarben sein, ebenso wie beim
Apricot-Pudel.
Die Ohren sind ziemlich lang und hängen anliegend längs der Wangen. Sie haben
sehr langes, gewelltes Haar. Der Hals soll stark, leicht gebogen im Nacken und
von mittlerer Länge sowie gut proportioniert sein,
so dass der Kopf hoch und stolz getragen wird. Der Rumpf ist gut proportioniert,
wobei die Körperlänge die Schulterhöhe um höchstens 2 cm überschreiten darf,
angestrebt wird ein Quadrat.
Der Brustkorb ist oval, der Rücken erscheint kurz, von harmonischer Linie. Die
Rute ist ziemlich hoch in der Höhe der Nierenpartie angesetzt. In der Bewegung
wird sie schräg aufwärts getragen.Eine Ringelrute führt auf Ausstellungen zu
einer tiefer gestuften Bewertung. Das Haarkleid des Pudel ist üppig und von
feiner, wolliger Textur, gut gekräuselt, elastisch und dem Druck der Hand
widerstehend. Es muss sehr dicht und reichlich sein, von gleichmäßiger Länge und
wird in unterschiedlichen, von den Verbänden anerkannten Frisuren präsentiert.
Anerkannte Farben sind: Schwarz, weiß, braun, grau und apricot
Wesen:
aufgeweckt, fröhlich, sehr anhänglich, gelehrig, anmutig und treu.
Gebrauchstüchtigkeit:
sehr guter Gebrauchs- und Familienhund.
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